Pressebericht
über die Arbeiten im
Orientalischen
Garten Berlin - Marzahn
|
„
Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
“
Betonsanierung |
Deutsch-Marokkanische
Handwerkskunst
verwirklichte
„Orientalischen Garten“ in Berlin
von Heinrich und Anne Heeren
pbh Berlin/Marzahn = Ein Fluidum aus
„Tausendundeiner Nacht“ weht durch die
Grünanlagen von Marzahn. Hier am Rande von
Berlin haben marokkanische und deutsche
Handwerker einen Gartenhof angelegt, der die Sinne
und die Sehnsucht nach paradiesischen Zuständen
weckt.
Unter Leitung des international bekannten
Landschaftsarchitekten Kamel Louafi und
fachmännischer Beratung durch den Gartenhistoriker
Professor Mohammed El Fai`z aus Marrakesch,
entstand nach einer insgesamt dreijährigen
Planungs- und Arbeitsphase ein Ruhepol inmitten
einer hektischen Umwelt.
Palmen und Zypressen, Rosen-, Jasmin-, Minze-,
Salbei- und Oregano-Sträucher, Zitrusfrüchte und
bunte Hecken verströmen hier eine exotische
Atmosphäre und bilden zusammen eine Blumen- und
Duftoase.
Im Orient „Riyad“ genannt, erinnert dieser rund
2.200 Quadratmeter große Ort der Stille, der
Schönheit, des Friedens und des Glücks an die
Gärten arabischer Paläste.
Umgeben von einer rund 4 Meter hohen, mit farbigen
Putz geglätteten Mauer, deren First grün glasierte
Dachpfannen die so genannten „Zillij“ krönen, wurde
der Innenraum des traditionell geometrisch-vierteilig
angelegten Gartenhofs architektonisch ausgestaltet.
-2-
Die in der orientalischen Tradition stehende Vorliebe
für filigrane, ornamentverzierte und farbenfrohe
Architektur, für Wasserspiele, Brunnen, für Oasen der
Ruhe und Orte religiöser Einkehr und Lebenslust
waren für Louafi und El Fai`z Grund genug, diese
Gartenbaukultur im Abendland vorzustellen.
___________________________________________
Schulung marokkanischer Handwerker in
Deutschland
Behilflich waren ihnen dabei rund zwei Dutzend,
eigens aus Marokko eingeflogene Handwerker. Diese
wurden durch den zuständigen Fachberater*) der
Remmers Baustofftechnik GmbH vor Ort geschult
und über die hier vorherrschenden Arbeitstechniken
und Baustoffvarietäten sowie über die geltenden
Sicherheitsbestimmungen unterrichtet. Das, betonte
Andreas Bernd Haverland, habe trotz großer
Sprachprobleme keine Schwierigkeiten bereitet. Auch
die begrenzte Aufenthaltsdauer und die damit
verbundene Rotation der Orientalen in Deutschland,
so der Anwendungstechniker & Ausbildungsleiter,
hätten den zügigen und erfolgreichen Abschluss der
Arbeiten nicht beeinträchtigt.
Den Flair des Gartens vertiefen die von den
marokkanischen Handwerkern mitgebrachten
Baumaterialien. Ihre gebrannten, farbenfrohen
Ziegel und Fliesen, ihre Deckenbemalung,
Ornamentgestaltung und Mosaikverarbeitung sind
Zeugnisse arabisch-orientalischer Kunst.
Abdichtungssysteme gegen den Verlust des
Wassers
___________________________________________
Der Abdichtung des Untergrunds gegen den Verlust
des hier fließenden und sprudelnden Wassers kam
eine besondere Bedeutung zu. Dies besorgten in einer
dreimonatigen Arbeit speziell ausgebildete
Abdichtungsexperten der Berliner Firma Gerhard
Pattky **).
-3-
Sie brachten Bodenbeschichtungssysteme der
Löninger Remmers Baustofftechnik GmbH zur
Anwendung, deren Verträglichkeit mit den
marokkanischen Baustoffen zuvor an Probeflächen
getestet worden war.
Auf der ca. 30 Zentimeter dicken Platte aus Rohbeton
wurde je nach Unebenheit und Gefälle eine bis zu 8
Zentimeter dicke, aus Fließmörtel und Quarzsand
gemischte Nivelliermasse ***) aufgebracht. Zuvor
war eine gründliche Reinigung und Grundierung der
Flächen erfolgt.
Die Glättung des nach 6 Stunden gehärteten Bodens
wurde mit einer Ausgleichsmasse aus einem Epoxi-
Bauharz ( Viscacid Ausgleichsmasse) vorgenommen.
Auf dessen Fläche klebten die marokkanischen
Künstler ihre Ziegelfliesen und geformten
Mosaiksteine. Hierzu benutzten sie einen flexiblen
Klebemörtel von Remmers. Das in der arabischen
Baukunst unbekannte Verfugen wurde hier nach
eingehender Einweisung realisiert. Dies geschah mit
einer zweikomponentigen Fugenvergussmasse (
Albon PUR Primer/ Albon Unterwasser Primer) und
einem kunststoffvergüteten Fugenmörtel ( Relö
Flexfuge).
Besonders neuralgische Punkte erhielten eine
zusätzliche Abdichtung mit Kieselsäureester ( Aida
Kiesol), eine Haftungsgrundierung und durch
Abdichtungsbänder eine höhere Stabilität.
Brunnenschalen und Wasserbecken, Zu- und Abflüsse
wurden partiell mit einer elastischen Dichtungs- und
Versiegelungsmasse auf Silicon-Kautschuk-Basis
abgedichtet.
Der „Orientalische Garten“ ist von allen Seiten
durch Eingangstore aus Zedernholz erreichbar. Im
Osten und Westen bilden Arkaden mit Steinreliefs,
Rundbögen und Säulen den Raumabschluss. Die
Ornamente an den Wänden und an den Säulen sind
aus Millionen farbiger Keramikstückchen
zusammengesetzt worden. Sie wurden in über 200
verschiedenen Formen als stern- oder
rhombenförmige Mosaikteile mit einer Spitzhaue aus
kleinen quadratischen Keramikfliesen heraus
gebrochen und akribisch verklebt.
-4-
Ein für deutsche Verhältnisse ungewohntes und
zeitraubendes Geduldspiel, bewundert Gerhard Pattky
die Puzzlearbeit seiner arabischen Kollegen.
Es sind jedoch die Brunnen, Wasserbecken und die
150 Wasserfontänen die dem Garten sein eigentliches
Wesen verleihen.
Versiegt das Wasser, verliert der Garten seine Seele,
heißt es im Orient.
Der Orientalische Garten ist jährlich von April bis Ende Oktober
geöffnet****).
*) Technische Fachvertretung Bauhandwerk Berlin
Haverland
Baustofftechnik Berlin
Andreas
Bernd Haverland
PF 48 03 11, 12253 Berlin - Marienfelde;
Tel.
0151 - 11 62 90 58
Fax 030 - 81 70 65 95
**) Gerhard Pattky, Abdichtung für Neu & Altbau
D-12355 Berlin-Rudow
***) Technisches Merkblatt „Relö Nivelliermasse“
ArtNr. 2825;
Zu erhalten bei: Remmers Baustofftechnik GmbH, PF 1255,
D-49624 Löningen, Tel +49(0)5432 83 222; Fax
+49(0)5432 83708; www.remmers.de
****) Führungen: Tel. o3o/54698-0; www.gaerten-der-welt.de
|
„Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche“
wird saniert
Gotteshaus am „KuDamm“ in Berlin zur Fussball-Weltmeisterschaft
wieder sichtbar
Die Berliner nennen ihn liebevoll den „hohlen Zahn“.
Der alte Turm der „Gedächtniskirche“ am
Kurfürstendamm ähnelt tatsächlich einer von Karies
zernagten Zahnruine.
Seinen maroden Zustand hat er jedoch nicht Wind und Wetter,
sondern einem von fast 400 Bombenangriffen auf Berlin während
des 2. Weltkrieges zu verdanken. Das nach den Plänen
von Franz Heinrich Schwechten von 1891-1895 im Stil der Neoromantik
gebaute Kirchenschiff verbrannte zu Schutt und Asche.
Den Turm ließen die Überlebenden der Feuerstürme
als Mahn- und Denkmal stehen.
„Hohler Zahn, Puderdose und Lippenstift“, die Berliner
sind um Titel für ihre Bauwerke nicht
verlegen.
Auf dem frei geräumten Trümmerfeld entstand nach den Plänen
des Architekten Egon Eiermann von
1951-1961 ein modernes Kirchenensemble im filigranen Wabenbaustil
aus einem, an der Oberfläche
bestehenden Waschbeton. Der achteckige flache Kirchenbau und der
neue Glockenturm, den ein
Kreuz des Bildhauers Paul Dierkes schmückt, erhielten schon
bald die Spitznamen „Puderdose und
Lippenstift“.
Die Qualität und Beschaffenheit des beim Bau verwendeten Betons
waren nach heutigen Maßstäben
unzureichend. Bereits nach 20 Jahren wurden umfangreiche Instandsetzungsarbeiten
erforderlich. Sie
wurden nach gutachterlichen Diagnosen und Expertisen von Professor
Dr. rer. nat. Helmut Weber
ausgeführt, der die „Gedächtniskirche“ bis
in die Gegenwart als Sachverständiger betreut.
Die Problematik des Betons führte jetzt wieder zu weiteren
Sanierungs- und Ausbesserungsarbeiten.
An Fassadenteilen waren Rissbildungen aufgetreten. Die Folge: Eingedrungenes
Wasser hatte zur
Korrodierung der Bewehrungsstähle und zu Betonabsprengungen
geführt. Allein auf der rund 3.650
Quadratmeter großen Fassadenfläche der „Puderdose“
kartierten die Sanierer 260 Schadstellen durch
Abplatzungen und 320 sichtbare Risse.
Nach Reinigung der Flächen im Wasser-/Sandstrahl- Hochdruckverfahren
wurden schadhafte Stellen
ausgestemmt und partiell mit norwegischem Cararasplit versetzten
Reparaturmörtel „Funcosil Betofix
RM“ geschlossen. Dieses, in den Labors der Remmers Baustofftechnik
GmbH entwickelte Produkt
ermöglicht die Spachtelung und Reprofilierung von Ausbruchstellen
in einem Arbeitsgang. Neben
seiner leichten und zeitsparenden Verarbeitung zeichnet diesen Mörtel
eine ausgezeichnete
Untergrundhaftung aus. Den Schutz der Bewehrungsstähle vor
Korrosion soll künftig das
beigemischte Mittel „Funcosil Mineral Rostschutz“ gewährleisten.
Optimaler Betonschutz durch Funcosil IC Imprägniercreme und
Funcosil Betonacryl
Die nachfolgende Grundierung wurde mit einem hydrophobierenden Imprägnierungmittel
vorgenommen: Der „Funcosil IC Imprägniercreme“.
Hierbei handelt es sich um ein pastöses,
Octyltriethoxysilan enthaltenes Mittel, das in seiner Konstellation
eine hohe Eindringtiefe garantiert.
Die thixtropene Konsistenz dieser milchigweißen Creme gewährleistet
eine lange Kontaktzeit ihres
Silanwirkstoffs auf der Betonoberfläche; sie verschwindet nach
relativ kurzer Zeit ( je nach Betongüte
und Auftragsmenge zwischen 30 Minuten und einigen Stunden) vollständig
und rückstandslos im
Beton.
Hier reduziert sie in hohem Maße die kapillare Wasseraufnahme,
immunisiert den Baustoff gegen
Frost- und Tausalzattacken, bleibt Wasserdampfdurchlässig und
insofern atmungsfähig. Vor allen
Dingen inaktiviert es die kapillare Saugfähigkeit latent vorhandener
nicht sichtbarer Risse.
Ein Anstrich mit einer auf den ursprünglichen Farbton abgestimmten
Betonacryl-Beschichtung schließt
das Sanierungsprogamm. Diese Acrylfarbe ist nach Herstellerangaben
( Remmers) eine CO²-
gasdichte, Wasser abweisende, hochalkalifeste und diffusionsfähige
Beschichtung. Sie ist nach dem
Prüfzeugnis der Amtlichen Materialprüfanstalt der Technischen
Universität Braunschweig zudem eine
carbonatisierungsbremsende Beschichtung von optimaler Güte.
Die seit Mitte Juli 2005 laufenden - unter einer blauen Werbeplane
des Telefonanbieters Q-2
verborgenen - Sanierungsarbeiten werden aller Voraussicht nach bis
Mai/Juni 2006 andauern. Sie
kosten nach Angaben des Kirchengemeinderates der „Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
Berlin“ über 1
Million Euro. In dieser Summe sind allerdings auch die Umbaukosten
im Kirchen-Untergeschoss, die
Sanierungskosten des Gebäudepodestes, der Treppen, des separaten
Kapellenbaus sowie
Instandhaltungskosten für den „Hohlen Zahn“ enthalten.
Die mit dem immensen Straßenverkehr und den aggressiven Luftschadstoffen
der Metropole Berlin
verbundenen Auswirkungen auf die Bausubstanz der Stadt seien nicht
primär Ursache des
Schadensbildes an der „Gedächtniskirche“, urteilt
Professor Dr. Helmut Weber. Das Grundübel sei
bereits beim Bau entstanden. Es werde auch künftig Restauratoren,
Sanierer und Handwerker
beschäftigen.
Haverland Baustofftechnik Berlin
technische
Fachvertetung in Berlin
Herr
Andreas
Bernd Haverland
Handy
0151 - 11 62 90 58
Fax
030 - 81 70 65 95
Text: von Heinrich und Anne Heeren
Fotos: pbh/Christian Heeren
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Betonschutz
für Europas größten Kreuzungsbahnhof |
Wiederaufbau
der „ Akropolis
des Nordens “
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Betonschutz
für Europas
größten Kreuzungsbahnhof
„Kathedrale der Mobilität“ in Berlin zur
Fußball-Weltmeisterschaft 2006 fertig
von Heinrich Heeren
pbh Berlin – Die Tage bis zur Fußball-Weltmeisterschaft
2006 werden bereits im Count Down gezählt. Die
Fertigstellung des Berliner Hauptbahnhofs, des
ehemaligen „ Lehrter Bahnhofs“, auch.
Pünktlich zu Beginn des sportlichen Spektakels in Berlin
soll der neue Hauptbahnhof in Betrieb gehen. Dann wird er
täglich von rund 1.600 Zügen angesteuert und ist
Ein-, Aus- und Umsteigeplatz für täglich bis zu
300.000 Besucher und Reisende.
Auf einer Fläche von 430 mal 430 Meter bündelt dieser
Bahnhof fünf Verkehrsebenen. In 15 Meter Tiefe
verlaufen vier Bahnsteige und acht Gleise der Nord-
Süd-Verbindung. Daneben zwei U-Bahnstationen.
Darüber liegt ein Zwischengeschoss, das die Verbindung
zum Parkhaus ( 900 Plätze) herstellt und Räume für
Geschäfte, Gastronomie und Service-Einrichtungen bietet.
Auf der Straßenniveauebene (Ebene 0) befinden sich
das Reisezentrum und weitere
Dienstleistungseinrichtungen. Über dem Straßenniveau
ist ein weiteres Zwischengeschoss mit Geschäften und
eine Reisende-Lounge im Bau. Und in zehn Meter Höhe
schließlich fahren schon jetzt von einem S-Bahnsteig und
zwei Fernbahnsteigen die Züge in Ost-West-Richtung.
Das alles wird mit 53 Rolltreppen, fünf festen Treppen
und 14, zum Teil gläsernen Aufzügen miteinander
verbunden sein.
Schon jetzt steht fest: Der neue Berliner Bahnhof
wird Europas modernster und größter
Kreuzungsbahnhof sein.
Jetzt wurden die vier 70 Meter hohen Bürotürme in
einem Kippvorgang als Brücke über das Ost-West-Dach
gelegt und verschweiß
Die so auf 45 Meter Höhe reduzierten, 12-geschossigen
Flügelbauten tragen zusätzlich das dazwischen liegende,
200 Meter lange Nord-Süd-Gleisdach. Insgesamt
umfassen diese beiden Flügelbauten rund 50.000
Quadratmeter Geschossflächen, die für eine Büronutzung
konzipiert sind.
Auf der Ebene -1 ( 5 Meter Tiefe) werden gegenwärtig
Reparatur- und Schutzarbeiten an den Betondecken
durchgeführt.
Deckenschäden durch Betonmängel und fehlende
Festigkeit des Baustoffs
_______________________________________
Die sich durch fehlende Festigkeit und Porosität des
Betons gebildeten Kiesnester oder durch
Verdichtungsmängel und Schwindspannungen
verursachten Risse im Beton mussten geschlossen
werden.
Ebenso waren Abplatzungen durch mechanische
Beschädigungen zu beheben.
Zur Anwendung kamen die in den Labors der
Remmers Baustofftechnik GmbH entwickelten
Injektionsharze (Rofoplast 2 K PUR-Injektionsharz und
Viscacid Epoxi-Injektionsharz 100)*.
Wasserführende Stellen erhielten abdichtende
Behandlungen mit einem chloridfreien Rapidzement
( Aida Rapidhärter), eine Tiefschutzverkieselung
( Aida Kiesol) und eine riss überbrückende Bearbeitung
mit einer flexiblen Dichtungsschlämme
( Aida Elastoschlämme)*.
Elementare Grunderfordernisse des Betonsanierung
seien in diesen Bereichen des Bahnhofs erfüllt worden,
bestätigt Andreas Bernd Haverland von
der „Remmers Baustofftechnik/Bautenschutz Berlin“.
Hierzu gehörten die
- Blockierung der Weiterentwicklung latent
vorhandener, nicht erkennbarer Schadensherde
- die wirksame Verzögerung des
Carbonatisierungsprozesses
- Herstellen eines homogenen und kraftschlüssigen
Verbundes zwischen der Reparaturmasse und dem
Betonkern
- Betonähnliche thermische Längenänderung der
Reparaturmasse
- Wirksames Schützen der gesamten
Sichtbetonfläche gegen aggressive Einflüsse aus
der Umgebung und
- last but not least die Wiederherstellung des
ursprünglich makellosen Aussehens der
Sichtbetonflächen
Im künftigen Hauptbahnhof der Hauptstadt werden rund
800 Menschen einen Arbeitsplatz finden. Wenn er
fertig ist, werden über eine halbe Million Kubikmeter
Beton ( ausreichend für 65 Kilometer Autobahn) und 3,1
Milliarden Euro verbaut sein.
Fotos: Pressebüro Heeren/DB

Die Flügelbauten des Berliner Hauptbahnhofs nach
dem Abkippen der 70 Meter hohen Türme zu einer
Brücke über das gläserne Ost-West-Dach (Spannweite
87 Meter). Das Brückentragewerk besteht im
Wesentlichen aus zwei seitlichen so genannten
Fachwerkscheiben im Stahlverbund, die die
dazwischen liegenden vier Geschosse der Brücke
tragen. Insgesamt umfassen die beiden Flügelbauten
rund 50.000 m² Geschossflächen, die für eine
Büronutzung konzipiert sind.
Mit 46 Meter Höhe überragen diese Flügelbauten das
benachbarte Bundeskanzleramt um 10 Meter.

Das Dachsegment wird gezogen.
Nachdem Ende Juli / Anfang August 2005 die beiden
Bügelgebäude über dem Ost-West-Dach abgesenkt
wurden, sind im August und Oktober die ersten
Segmente des Nord-Süd-Daches zwischen die
beiden Bügelgebäude auf Teflonbeschichteten
Führungsschienen eingeschoben worden.
Der Verschub erfolgte in drei Phasen :
Das erste Segment wurde um 41 Meter, das zweite
um 26 Meter über die Stadtbahngleise verschoben.
Der dritte und letzte Verschub hat in den drei
Nächten vom 14. bis 17. November 2005
stattgefunden.
Nach Abschluss der Arbeiten ist das Nord-Süd-Dach
vollendet und die Bahnhofshalle geschlossen.

Neben Arbeiten an Gleisen, Stromschienen und
Signaltechnik mussten noch umfangreiche
Brückenarbeiten ausgeführt werden. Am 04. Juli
2002, als die S-Bahn wieder fuhr, hielt das erste Mal
ein Zug im neuen Bahnhof.

Das Glasdach des neuen Berliner Hauptbahnhofs ist
eine High-Tech-Konstruktion der Neuzeit. Das Ost-
West-Dach des Bahnhofs auf den neuen
Stadtbahnbrücken wurde computergestützt
konstruiert und gefertigt. 23 stählerne Dachbinder
schlagen einen 16 Meter hohen und 59 bis 68 Meter
weiten Bogen. Kein Glaselement des Daches gleicht
dem anderen, denn die Halle liegt in einer Kurve
und weitet sich zur Bahnhofsmitte auf. 85 Kilometer
Stahlseile geben dem Dach bei Wind und Wetter
Halt.
Dieses Dach entstand in einer Rekordzeit von nur
vier Monaten. Bis alle 10.000 Schweißnähte gezogen
und alle Seile gespannt waren, mussten die 40 bis
50 Tonnen schweren Dachbinder mit einem
insgesamt 3.600 Tonnen schweren Montagegerüst
gestützt werden.

Die fünf Ebenen des Hauptbahnhofs.
Entsprechend seiner Bedeutung erhält er im
oberirdischen Teil (Stadtbahn) vier
Bahnsteiggleise für Fern- und Regionalzüge
sowie zwei für die S-Bahn, während für den
unterirdischen Teil (Nord-Süd-Verbindung) acht
Bahnsteiggleise für Fern- und Regionalzüge
sowie für die U-Bahnlinie 5 errichtet werden.
Auf der Ebene -1 mussten jetzt umfangreiche
Reparaturarbeiten und Schutzmaßnahmen an
den Betondecken vorgenommen werden. Zum
Einsatz kamen hier Injektionsharze und Schlämme der
niedersächsischen Remmers Baustofftechnik GmbH aus
Löningen.*

Optisch wird der neue Hauptbahnhof von einer
430 Meter langen, gläsernen Ost-West-Halle
sowie quer dazu in der Achse der
unterirdischen Nord-Süd-Verbindung
stehenden beiden Flügelbauten bestimmt.
Die riesige Glasfläche ( 8.000 unterschiedlich
große Glasfelder) kann sich dehnen, ohne dass
es zu Spannungen kommt. Sie wird von
speziellen Reinigungsrobotern sauber
gehalten.
Auf der südlichen Seite des Ost-West-Daches ist eine
Photovoltaik-Anlage in Betrieb. Auf 1.700 m² wurden
780 Solarmodule mit 78.000 transparenten,
leistungsfähigen Solarzellen in die Glasflächen integriert.
Insgesamt wird eine Leistung von 190 Kilowatt erreicht.
Die Anlage liefert im Durchschnitt jährlich 160.000
Kilowattstunden und damit fast zwei Prozent des
Stromverbrauchs des Bahnhofs.

So wird er einmal aussehen: Der
Hauptbahnhof Berlin (Lehrter Bahnhof).
Entworfen und konzipiert vom Hamburger
Architektenteam Meinhard von Gerkan, Marg
& Partner.
Die Deutsche Bahn erwartet hier täglich bis zu
300.000 Reisende.
*) Technische Informationen und technische Merkblätter sind
zu erhalten unter :
Haverland Baustofftechnik Berlin,
technische Fachvertretung Bauhandwerk
Andreas
Bernd Haverland,
PF 480311, 12253 Berlin - Marienfelde.
Tel. 0151 - 11 62 90 58
Bauausführende Firma:
Gerhard Pattky, 12355 Berlin - Rudow.
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Wiederaufbau
der „Akropolis des Nordens“
Das „Neue Museum“ auf der Museumsinsel in Berlin wird
bis 2009 für insgesamt 233 Millionen Euro restauriert
von Heinrich Heeren
pbh Berlin = Der Wiederaufbau des 1943 durch
Kriegseinwirkungen zerstörten Neuen Museums auf der
Museumsinsel in Berlin-Mitte ist eines der bedeutendsten
Vorhaben dieser Art in Europa. So beschreibt das Bundesamt für
Bauwesen und Raumordnung das Restaurierungsprogramm für
die vom Architekten Friedrich August Stüler ( 1841-1855)
erbaute „Akropolis des Nordens“.
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Experten-Streit um Restaurierungskonzept
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Wie die restauratorische Wiederherstellung und Ergänzung des
horizontal gegliederten, klassizistischen Putzbaus und der bis
1989 dahindämmernden Kriegsruine vonstatten gehen soll,
darüber herrscht zwischen Denkmalschützern und der
„Gesellschaft Historisches Berlin“ noch immer Uneinigkeit.
Letztere will das Stülersche Gebäude im alten Prunk zurück
und
verweist dabei auf die Wiedergeburt der Dresdner Frauenkirche.
Doch David Chipperfield, verantwortlicher Architekt aus
London, will ein Gebäude „ so vollständig und authentisch
wie
möglich“. Das Credo des Briten schließt die Bewahrung
von
Kriegsschäden ein.
Unbeeindruckt vom Experten-Streit gehen die
Wiederaufbauarbeiten nach Chipperfields Plänen voran. Sie
sollen im Jahre 2009 zum Abschluss kommen und werden dann
233 Millionen Euro gekostet haben.
Die Bauteile des von Bombentreffern gänzlich zerstörten
Nordwestflügels und Südostrisalit entstehen in enger Anlehnung
an die ursprünglichen Volumen und Raumfolgen neu.
Die zwei Innenhöfe ( Ägyptischer Hof und Griechischer
Hof)
erhalten Glasdächer. Die zurzeit eingelagerten Süd-, Ost-
und
Querkolonnaden kommen nach Instandsetzungsarbeiten auf
ihren alten Platz zurück.
Friedrich August Stüler, ein Schüler von Karl Friedrich
Schinkel,
errichtete nach dem Willen seines Königs ( Wilhelm IV.) einen
Mauerwerksbau mit drei Vollgeschossen. Durch Absenkung der
Fundamentplatte erhielt die Basisebene ein zusätzliches
Ausstellungsgeschoss.
Die vorhandenen Decken, Kassettendecken, Gewölbe und
Kuppeln unterschiedlichen Typs sind aus Ziegeln gemauert. Sie
ruhen auf Stützenstellungen. Teilweise spannen Bogen-Sehnen-
Träger frei über die gesamte Raumbreite.
Einige Geschossdecken werden neu errichtet. Der bedeutende
Tür- und Fensterbestand soll nahezu gänzlich erhalten
bleiben.
Die zweischaligen Außen- und Hofwände bestehen aus selbst
tragendem Ziegelmauerwerk aus Altziegel vom Typ
„Reichsformat“. Die Hofüberdachungen sind ebenfalls
zweischalig ausgebildet. Im Inneren bilden großformatige Wandund
Deckentafeln aus Betonwerkstein die Bekleidung.
Das Tragwerk der Überdachung des „Ägyptischen Hofes“
die
Apsis des „Griechischen Hofes“, die Bodenbeläge
und
Unterdecken sind ebenfalls aus Betonwerkstein. Ausnahmen
sind die Ziegelkalotte der Apsis Griechischer Hof und die neue
Kuppel des Südkuppelsaales *).
Die Hauptnutzung ( Ebenen 2 – 3) bilden Präsentationsflächen
für Ausstellungen der Ägyptischen Kunst und der Vor- und
Frühgeschichte. Insgesamt stehen ( von 15.400 Quadratmeter
Nettogrundfläche) 8.900 Quadratmeter Ausstellungsfläche
zur
Verfügung.
Der zentrale Eingangsbereich, die Serviceabteilungen
( Läden, Garderoben, Kassen etc.) sowie ein Besuchercafè
befinden sich auf der Ebene 1. Die Ebene 0 wird ebenfalls für
Ausstellungszwecke genutzt und ist Bestandteil der künftigen
Archäologischen Promenade, die im Norden das
Pergamonmuseum und im Süden das Alte Museum anbindet.
Auf der Ebene 4 werden neben Arbeits- und
Besprechungsräumen, Sozialbereiche und Lagerflächen
technische Installationen eingerichtet.
Die seit 2003 laufenden Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten
umfassen nicht nur die Reparatur- und Verfugungsarbeiten an
den Ziegeloberflächen oder die Wiederherstellung einer
neogotisierend gestalteten Rabitzputzdecke, sondern auch die
Reinigung, Stabilisierung und Reparatur beschädigter
Natursteinoberflächen an den Kolonnaden.
Mörtel-Rezepturen von Remmers
Zur Anwendung kommen hier unter anderem Baustoffprodukte
der Remmers Baustofftechnik GmbH aus dem niedersächsischen
Löningen. Die von diesem Unternehmen entwickelten
Restaurier- und Fugenmörtel ( Funcosil Restauriermörtel
und
Funcosil Fugenmörtel) sind in der Baudenkmalpflege weltweit
anerkannte Rezepturen **).
Vom gleichen Unternehmen stammen die am Ziegelmauerwerk
der Treppenhäuser angewandten mineralischen Voranstriche
(Funcosil Quarzgrund). Wo erforderlich kamen Grund- und
Sanierputze ( Funcosil 1 L Sanierputz –WTA-) zur Anwendung.
Hierbei handelt es sich um einen Trockenmörtel, der
insbesondere bei Schadsalz belastetem Mauerwerk eingesetzt
wird.
Die im Untergeschoss vorhandenen Gewölbe, Kellerräume
und
die unterirdische Technikzentrale wurden gegen drückendes
Wasser mit einem flüssigen Verkieselungskonzentrat
( Aida Kiesol) abgeschottet. Eine auf Basis eines
Polymermodifizierten Bitumen hergestellte Bauwerksabdichtung
und ein nachfolgender der Schutzanstrich mit „Aida ILack ST“
vervollständigten das Isolierungswerk.
David Chipperfields Entwurf zum Wiederaufbau und
Restaurierung des Neuen Museums ging 1997 als Sieger aus
einem international ausgeschriebenen Wettbewerb hervor. Dabei
spielte seine Grundeinstellung eine Rolle, dass Ruinen Teil des
Gedächtnisses und der Vergangenheit seien und deshalb allen
gehöre.
Sein Konzept und seine Philosophie waren die Abkehr von
einer detailgetreuen Rekonstruktion nach dem Entwurf von
Stüler und die Hinwendung zu einem weitgehend
archäologischen Umgang mit der vorhandenen Substanz. Dies
überzeugte die Juroren.
„Nofretete kehrt zurück“ ist gegenwärtig auf
der Alten
Nationalgalerie zugewandten Seite des Museumsgebäudes
plakatiert. Die im Alten Museum zwischengelagerte, 48
Zentimeter hohe Kalksteinbüste der bildschönen Gattin
des
Pharao Amenophis IV. ( um 1340 v.Ch. ) soll einmal ihren
angestammten Platz im Neuen Museum finden.
*) Quellen:
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung. Fasanenstr. 87, 106623
Berlin; Tel. +49(0)1888.401-8334;www.bbr.bund.de
*) David Chipperfield Architects, Joachimstr. 11, 10119 Berlin,
Tel.
+49(0)30 280 170 0; E-Mail:nina.helten@davidchipperfield.de
**) Technische Informationen und technische Merkblätter sind
zu erhalten:
Haverland Baustofftechnik Berlin,
technische Fachvertretung Bauhandwerk,
Andreas
Bernd Haverland
Tel. 0151 - 11 62 90 58
Fotos : pressebüro heeren


Fassade des Neuen Museums am Kupfergraben
auf der Museumsinsel in Berlin-Mitte. Das
zurzeit eingerüstete Gebäude wird in Teilen
(Nordwestflügel und Südostrisalit) neu
aufgebaut und insgesamt umfangreich
restauriert.
Hier soll ein neuer (umstrittener) Eingangsbereich entstehen.
Fehlstellen an den Schmuckelementen aus
schlesischem und sächsischem Sandstein wurden
mit einem Restauriermörtel ergänzt.


Rückseite des Neuen Museums. Die vier Ebenen
des Bauwerks werden zurzeit restauriert.
Wesentlicher Leitsatz der Planung ist der Erhalt
der Originalsubstanz, kulturell wie geschichtlich.

Kalksandsteinbüste der ägyptischen Königin Nofretete.
Das über
3.000 Jahre alte Kunstwerk wird neben einer umfangreichen
Papyrussammlung und anderen Exponaten wieder ihren Platz im
Neuen Museum finden.
|
Hinter
glänzender Fassade bröckelt der Sandstein |
Baubrief |

Hinter
glänzender Fassade bröckelt der Sandstein
Umfangreiche Sanierungsarbeiten an den
Sandsteinfassaden der Technischen Universität Berlin
von Heinrich Heeren
pbh Berlin = Die Fassade aus Aluminium und Glas ist 168
Meter lang und 10 Stockwerke hoch.
Sie rufe Monotonie hervor und werde dem Anspruch auf
Ausdruck technischen Wissens und humanistischer Bildung nicht
gerecht, bewerten Kritiker das Bauwerk.
Tatsächlich wirkt die Nordfassade des Hauptgebäudes der
Technischen Universität in Berlin in ihrer Formsprache und
ihrer
Bezugslosigkeit im Vergleich zu dem, was hier an der „Straße
des 17. Juni“ einmal stand, kalt und freudlos.
Die ehemals von den Architekten Richard Lucae, Friedrich
Hitzig und Julius Raschdorff von Juli 1878 bis Oktober 1884 im
Stil der italienischen Hochrenaissance erbaute „ Königliche
Technische Hochschule“ und 1946 in „Technische Universität
Berlin“ umgetaufte Lehranstalt, verlor nicht nur in jüngster
Vergangenheit an kultureller Bausubstanz. Die Bomben eines
Fliegerangriffs vom 23. November 1943 zerstörten das Bauwerk
erheblich. Sie begruben auch Einblicke in die einzigartige,
konzeptionelle Grundidee von Richard Lucae und zersprengten
größtenteils auch das, was sein Nachfolger Friedrich
Hitzig
hinterließ: Ein Gebäude von klassischer Monumentalität.
Hierbei handelte es sich um eine lang gestreckte Anlage aus zwei
parallelen Haupttrakten und fünf Quertrakten. Die äußeren
Ostund
Westflügel waren weit nach Norden vorgeschoben.
Der Sockel des viergeschossigen Mauerwerksbaus bestand und
besteht auch heute noch aus grauem, sächsischen Granit, ist
im
Erdgeschoss mit rotem Nebraer, im 1. Obergeschoss mit gelbem
Alt-Warthauer, im 2. und 3. Obergeschoss mit gelbgrünem
Postelwitzer Sandstein verblendet.
Die Fassaden wurden symmetrisch angelegt. Neben dem
überhöhten Mittelrisalit mit geradem Attikaabschluss waren
zwei
Eckrisaliten vorhanden. Teils kräftige Gesimse über allen
Geschossen waren waagerecht gegliedert. Die gereihten
Rundbogenfenster lösten sich im 2. und im 3. Obergeschoss mit
eingestellten roten Sandsteinsäulen in Rundbogenarkaden auf.
Wiederaufbau und baulicher Neubeginn einer technischen
Kaderschmiede
Nach anfänglicher Notinstandsetzung begann 1949 sukzessiv der
Wiederaufbau.
An einer originalgetreuen Rekonstruktion, so Michael Bollé
und
Dieter Hundertmark *), sei nicht zu denken gewesen. Nicht nur
wegen des nicht zu leistenden baukünstlerischen und
Skulpturahlen Aufwandes, sondern auch weil man der
wilhelminischen Architektur jeglichen Wert absprach. Die
Leitgedanken im damaligen Bauausschuss artikulierten sich in
Wirtschaftlichkeit, Sachlichkeit und Neugestaltung – nicht
in
Wiederherstellung.
Zudem herrschte die Auffassung vor, dass die Südfassade des
Hauptgebäudes künstlerisch wertvoller als die Nordfassade
sei,
die ohnehin durch die Abänderungen unter dem Nazi-Regime
nur „schwer ertragbar“ gewesen wäre.
Sie wurde denn auch 1960 gesprengt, um Platz für ein
Ersatzgebilde zu schaffen. Das entstand von 1961 – 1968 nach
den Plänen der TU-Professoren Kurt Dübbers und Carl-Heinrich
Schwennicke.
Der Verzicht auf gliedernde Elemente der
aluminiumverkleideten neuen Nordfassade, der hier sichtbare
harte Zusammenprall verschiedener baulicher Strukturen,
Maßstäbe und Materialen, verstärkten die Kritik
am baulichen
Neubeginn der technischen Kaderschmiede.
Die Seitenflügel wurden komplett abgerissen und in
vereinfachter Form mit den Originalsteinen, deren Kopfseiten
mit einem Betonraster verziert wurden, wieder aufgebaut. Der
bisherige viergeschossige Bau erhielt im Bereich der Frontseite
eine Aufstockung auf zehn Geschosse. Die künstlerisch
wertvolle Südfassade war in ihrer Struktur fast vollständig
erhalten geblieben.
Alte, notdürftig behandelte Kriegs- und neuzeitliche
Verwitterungsschäden sowie gravierende Baumängel führten
ab
Anfang 2001 zu umfangreichen Sanierungsarbeiten.
Das seinerzeit verbaute Steinmaterial der 11.500 Quadratmeter
großen Fassadenflächen aus schlesischem-, Rackwitzer-,
Sirgwitzer- und Wünschelburger Sandstein war durch
eingedrungene Schadstoffe in Teilen so brüchig geworden, dass
es abbröckelte und zu einem Sicherheitsrisiko wurde. Zudem
waren das Fugenwerk undicht, die Verankerung der Gesimse
locker und die Biegezugfähigkeit der tragenden Konsolen am
Hauptgesimse kraftlos geworden.
Ein Restauriermörtel mit exzellenten Referenzen
Die mit den Sanierungsarbeiten beauftragte STUNA
Werksteinmontage aus Hönow *) entschied sich auf Grund der
Referenzliste ( Brandenburger Tor, Reichstagsgebäude,
Olympia-Stadion, Museumsinsel u.a. ) für Baustoffe der
Remmers Baustofftechnik GmbH aus dem niedersächsischen
Löningen.
In den Labors dieses Unternehmens war ein Restauriermörtel
mit
speziellem Zuschnitt für die Reparatur der von Richard Lucae
und Nachfolger verbauten Sandsteinvarietäten entwickelt
worden: „Funcosil Restauriermörtel Spezial-K“.
Bei diesem Mörtel, so ein Technisches Merkblatt zu diesem
Produkt ***), handelt es sich um einen anwendungsfertigen
Werktrockenmörtel, der aus mineralischen Rohstoffen
(Bindemittel und Zuschlagstoffe) besteht. Die physikalischen
Kenndaten, wird weiter ausgeführt, entsprechen den Forderungen
nach möglichst geringen Eigenspannungen und auf den
Natursteinuntergrund abgestimmten physikomechanischen
Eigenschaften wie Druck- und Biegezugfähigkeit,
Wassertransport usw.. Bei einer steinmetzmäßigen
Restaurierung mit diesem Mörtel wird vom Hersteller
(Remmers) ein Arbeitsablauf empfohlen, der 24 Vorschläge
umfasst.
Die „Rundumsanierung“ des Hauptgebäudes, der auf
einem
insgesamt 600.000 Quadratmeter großem Gelände ansässigen
Technischen Universität Berlin (30.000 Studenten, rund 2.000
Hochschullehrer und wissenschaftliche Mitarbeiter) wird
voraussichtlich im Jahr 2008 abgeschlossen sein.
5,8 Millionen Goldmark (= 21 Millionen Euro) kostete seinerzeit
der Neubau. Die Kosten der Sanierungsarbeiten an den
Sandsteinfassaden werden mit netto 600.000 Euro angegeben.
*) Berlin und seine Bauten; Michael Imhof Verlag Petersberg;
ISBN.3-937251-48-0
**) Stuna Werksteinmontage und Restaurier GmbH & Co.,
Margaretenstr. 2-4 15366 Hönow; Tel. 030 99292711;
www.stuna.de
***)
Technische Merkblätter und weitere
tenische
Informationen sind zu
erhalten:
Haverland Baustofftechnik Berlin,
technische Fachvertretung Bauhandwerk,
Andreas
Bernd Haverland
Tel. 0151 - 11 62 90 58
Fotos: Christian Heeren / Uwe Schultheiß
TUB01 (Christian Heeren)
Die Nordfassade der Technischen Universität Berlin an der
„Straße des 17. Juni“.
Die von den Professoren Kurt Dübbers und Carl-Heinrich
Schwennicke 1965 aluminiumverkleidete Hauptfront des 10-
geschossigen Hochhausbaus versperrt die Sicht auf den im Stil
der italienischen Hochrenaissance erbauten Altbau der
ehemaligen „Königlichen Technischen Hochschule“.
Die kriegszerstörten Seitenflügel und der rückwärtige
Teil des
Bauwerks wurden mit den Originalsteinen ab 1949 wieder
aufgebaut und werden seit 2001 saniert und restauriert.
TUB 02-0 4 (Christian Heeren)
Restaurierte Bereiche des rückwärtigen Baus (Südfassade)
der
Technischen Universität Berlin.
Die nach der Kriegszerstörung des Gebäudes in ihrer
Originalsubstanz erhaltenen Sandsteine ( Rackwitzer-, Sirgitzerund
Wünschelburger Sandstein) wurden beim Wiederaufbau
wieder verwendet. Ab 2001 erfolgt eine „Rundumsanierung“
der
Fassaden des Bauwerks.
TUB 05 + 06 (Uwe Schultheiß)
Geschädigte und instand gesetzte Profilsegmente am Gesimsgurt
über dem 3. Obergeschoss.
TUB 07 +0 8 (Uwe Schultheiß)
Geschädigte Sandsteinverblendung im 3. Obergeschoss und nach
dem Einbau neuer Teile.
TUB 09 (Uwe Schultheiß)
Stark geschädigter Konsolstein am Hauptgesims.
TUB 10 + 11 (Uwe Schultheiß)
Neumontage und Rückverankerung am Hauptgesims. Neue
Träger aus V4A-Stahl.
TUB 12 + 13 (Christian Heeren)
Zentraler Lichthof im 1. Obergeschoss. Als einziger der fünf
Höfe ist er verglast. Seine beiden Obergeschosse öffnen
sich in
Arkaden. In den Arkaden mit 96 gekuppelten Granitsäulen, auf
den Wandfeldern durch Sgrafittogemälde aufwendig gestaltet,
dient der Lichthof zusätzlich zur Aula als zentraler Festsaal
des
Gebäudes.
TUB 14 (Archiv TU Berlin)
Altbau der Technischen Universität Berlin. Die von 1878 –
1884
von den Architekten Richard Lucae, Friedrich Hitzig und Julius
Raschdoff geplante und gebaute „Königliche Technische
Hochschule“ (seit 1946 Technische Universität) wurde
während
des 2. Weltkriegs erheblich zerstört. Wiederaufbau von 1949
bis
1953. Erste Sanierungsarbeiten 1960. Seit 2001 bis
voraussichtlich 2008 - umfangreiche Sanierungs- und
Restaurierungsarbeiten.
TUB 15 (Archiv TU Berlin)
Am 23. November 1943 durch Bombentreffer zerstörte
„Königliche Technische Hochschule (heute Technische
Universität Berlin) an der „Straße des 17. Juni“.














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Bau-Brief
Aktuelle Informationen rund um das Baugeschehen in Deutschland
Woche 04 / Januar 2006
Projekte im Bau
"Kathedrale der Mobilität“ in Berlin zur Fußball-Weltmeisterschaft
2006 fertig
Betonschutz für Europas größten Kreuzungsbahnhof
pbh Berlin - Die Tage bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006
werden bereits im Count Down gezählt.
Die Fertigstellung des Berliner Hauptbahnhofs, des ehemaligen "Lehrter
Bahnhofs“, auch.
Noch vor Beginn des sportlichen Spektakels in Berlin soll der neue
Hauptbahnhof am 28. Mai 2006 in
Betrieb gehen. Dann wird er täglich von rund 1.600 Zügen
angesteuert und ist Ein-, Aus- und
Umsteigeplatz für täglich bis zu 300.000 Besucher und
Reisende.
Auf einer Fläche von 430 x 430 m bündelt dieser Bahnhof
fünf Verkehrsebenen. In 15 m Tiefe
verlaufen vier Bahnsteige und acht Gleise der Nord-Süd-Verbindung.
Daneben zwei U-Bahnstationen.
Darüber liegt ein Zwischengeschoss, das die Verbindung zum
Parkhaus (900 Plätze) herstellt und
Räume für Geschäfte, Gastronomie und Service-Einrichtungen
bietet.
Auf der Straßenniveauebene (Ebene 0) befinden sich das Reisezentrum
und weitere
Dienstleistungseinrichtungen. Über dem Straßenniveau
ist ein weiteres Zwischengeschoss mit
Geschäften und eine Reisenden-Lounge im Bau. Und in 10m Höhe
schließlich fahren schon jetzt von
einem S-Bahnsteig und zwei Fernbahnsteigen die Züge in Ost-West-Richtung.
Das alles wird mit 53 Rolltreppen, fünf festen Treppen und
14, zum Teil gläsernen Aufzügen
miteinander verbunden sein. Schon jetzt steht fest: Der neue Berliner
Bahnhof wird Europas
modernster und größter Kreuzungsbahnhof sein.
Jetzt wurden die vier 70 Meter hohen Bürotürme in einem
Kippvorgang als Brücke über das Ost-West-
Dach gelegt und verschweißt.
Die so auf 45 Meter Höhe reduzierten, 12-geschossigen Flügelbauten
tragen zusätzlich das dazwischen
liegende, 200 m lange Nord-Süd-Gleisdach. Insgesamt umfassen
diese beiden Flügelbauten rund
50.000 qm Geschossflächen, die für eine Büronutzung
konzipiert sind.
Auf der Ebene -1 (5 Meter Tiefe) werden gegenwärtig Reparatur-
und Schutzarbeiten an den
Betondecken durchgeführt.
Die sich durch fehlende Festigkeit und Porosität des Betons
gebildeten Kiesnester oder durch
Verdichtungsmängel und Schwindspannungen verursachten Risse
im Beton mussten geschlossen
werden.
Ebenso waren Abplatzungen durch mechanische Beschädigungen
zu beheben.
Zur Anwendung kamen die in den Labors der Remmers Baustofftechnik
GmbH entwickelten
Injektionsharze (Rofoplast 2 K PUR-Injektionsharz und Viscacid Epoxi-Injektionsharz
100).
Wasserführende Stellen erhielten abdichtende Behandlungen mit
einem chloridfreien Rapidzement (
Aida Rapidhärter), eine Tiefschutzverkieselung (Aida Kiesol)
und eine Riss überbrückende
Bearbeitung mit einer flexiblen Dichtungsschlämme (Aida Elastoschlämme).
Modernste Technologien der Betonsanierung seien in diesen Bereichen
des Bahnhofs angewandt
worden, bestätigt Andreas Bernd Haverland von der "Remmers
Baustofftechnik / Bautenschutz
Berlin“.
Hierzu gehörten die
- Blockierung der Weiterentwicklung latent vorhandener, nicht erkennbarer
Schadensherde
- die wirksame Verzögerung des Carbonatisierungsprozesses
2
- Herstellen eines homogenen und kraftschlüssigen Verbundes
zwischen der Reparaturmasse und
dem Betonkern
- Betonähnliche thermische Längenänderung der Reparaturmasse
- Wirksames Schützen der gesamten Sichtbetonfläche gegen
aggressive Einflüsse aus der
Umgebung und last but not least
- die Wiederherstellung des ursprünglich makellosen Aussehens
der Sichtbetonflächen.
Im künftigen Hauptbahnhof der Hauptstadt werden rund 800 Menschen
einen Arbeitsplatz finden.
Wenn er fertig ist, werden über eine halbe Million Kubikmeter
Beton (ausreichend für 65 Kilometer
Autobahn) und 3,1 Milliarden Euro verbaut sein.
Druck: Baumarktforschung Deutschland GmbH Taunusstein
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Zwecke des eigenen Unternehmens des Beziehers gestattet. Anderweitige
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des Herausgebers.
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06128/97 87 80
Informationen:
Haverland Baustofftechnik Berlin,
technische Fachvertretung Bauhandwerk
Andreas
Bernd Haverland,
PF 480311, 12253 Berlin - Marienfelde
Tel. 0151 - 11 62 90 58 , Fax 030 - 81 70 65 95
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